Nachwuchsfragen
Auch wir Seppenrader Dorfmusikanten können nur weiterleben, wenn fortwährend neuer, musikalisch interessierter Nachwuchs Gefallen an den Aktivitäten und am geselligen Musizieren findet.

Abgesehen von dem üblichen Werdegang gibt es bei den Dorfmusikanten auch die Möglichkeit, ohne musikalische Vorbildung einzusteigen. Für Blechblasinstrumente verfügen wir über einen ehemals beruflich tätigen Musiker, der musikalisch-fachlichen Unterricht anbieten kann. Des Weiteren werden zur Zeit Kontakte geknüpft, um weiteren musikalischen Unterricht zu ermöglichen. Für die Anfangsphase sind in geringem Rahmen sogar leihweise Instrumente verfügbar. In der Regel sind Neuanfänger bereits nach einigen Monaten in der Lage, bei den Dorfmusikanten mitzuspielen, vorausgesetzt natürlich, dass laufend sinnvoll geübt wurde.

Zulauf haben wir Dorfmusikanten aber auch aus den älteren Jahrgängen. Oftmals nach familiärer oder beruflicher Entwicklung, die wieder etwas mehr Freizeit zulässt. Dann werden lange Zeit verschüttete Talente wieder ausgegraben und wir freuen uns über engagierte und sichtlich zufriedene neue Kolleg(inn)en. Oftmals ist nämlich die Überraschung groß, wie viel Freude man an der aktiven Musik in der Zeit davor doch verpasst hat.

Ganz anders erging es dem Autor dieser Zeilen. Er hat sich als unverbrauchter Mitvierziger dazu entschlossen und davor rein gar nichts mit dem Musizieren zu schaffen gehabt. Da seine Eltern gegen ihren Willen in ihrer Jugendzeit ein Musikinstrument lernen mussten, wollten sie diesen Zwang an ihrem Nachwuchs nicht ausüben. Daher hat er es nie für möglich gehalten, jemals Hörbares vortragen zu können. Und nur aus einer Bierlaune heraus hat er sich dann entschlossen, eine der "Blechspritzen" in die Hand zu nehmen. Nach einem halben Jahr Musikunterricht versuchte er dann beim ersten Mal in der Mittwoch-Abend-Probe, bei den für ihn noch schwierig zu verfolgenden Märschen zumindest in der Tonlage zu bleiben und ansonsten das Stück wenigsten an den Noten zu verfolgen. Heute, nach zwei Jahren - ist der Anschluss im Wesentlichen geschafft und es ist klar, dass das musikalische Niveau der Dorfmusikanten auch für Neulinge zu erreichen ist.

Möglich gemacht hat das nicht nur die tägliche Übung, für die im Durchschnitt eine halbe Stunde ausgereicht hat, sondern auch die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Dorfmusikanten, die neue Mitglieder fördern und bei der Probe auch einmal einen schrägen Ton zu akzeptieren wissen. Nicht zuletzt dieser Umstand hat dazu beigetragen, dass die Seppenrader Dorfmusikanten nach schweren, wechselvollen Zeiten wieder gutsituiert darstehen.
Dönekes
Im Sommer war es oft üblich, anstatt im Keller eines Kollegen zu üben, die gesamte Probe auf den Kirchplatz zu verlegen. Die Anlieger und Nachbarn hatten an solchen Gelegenheiten viel Freude und stellten ihr Bestände an Bier und Schnapsresten gern zur Verfügung. Die Proben sollten dem Vernehmen nach auch immer besser geklungen haben.
Letzte Aktualisierung: 21.08.2014 nach oben