11.06.2007: Musik und Spaß auf dem Schützenfest in Ermen - Dorfmusikanten sorgen für den guten Ton
Ein Graf ist König in Ermen

Lüdinghausen. Freitagabend, 19.40 Uhr, drei Böllerschüsse, von den Kanonieren aus Nordkirchen abgefeuert, durchdringen die Stille in Ermen und verkünden: Das Schützenfest des in der dortigen Bauerschaft beheimateten Schützenvereins steuert seinem ersten Höhepunkt entgegen. Ab diesem Augenblick ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass die ausnahmsweise drei Jahre währende Amtszeit von Heinrich Wannigmann und seiner Mitregentin Monika Wilde nebst den Ehrendamen Mechthild Wannigmann und Martina Kampert beendet wird.

Zwei Stunden und sechzehn Minuten später stand der Nachfolger fest: Mit dem 343. Schuss holte Thomas Graf die letzten Reste des hölzernen Vogels von der Stange. Als Königin erwählte sich die neue Majestät Sandra Breuer, Birgit Graf und Sabine Mevenkamp vervollständigen den Ermener Schützenthron als Ehrendamen.

Mit allen Ehren war das scheidende Regentenpaar am Freitagabend zunächst auf der Festwiese unweit des Hofes der Familie Merten begrüßt worden. Die Seppenrader Dorfmusikanten begleiteten den Hofstaat und das gesamte übrige „Schützenvolk“ anschließend zu der sich fast in Sichtweite befindenden Vogelstange. Im Schatten der Schutzhütte noch einmal Hochrufe für Heiner Wannigmann und Monika Wilde, dann wurde es ernst. Dem Protokoll entsprechend war der erste Schuss dem ersten Vorsitzenden des Ermener Schützenvereins, Lothar Wannigmann, vorbehaltenden. Der noch amtierender König Heinrich Wannigmann, Bruder des Vorsitzenden, folgte, ehe sich auch die übrigen Vorstandmitglieder, Offiziere und Alt- und Jungjäger zumindest zu ihrem „Pflichtschuss“ an der Vogelstange einfanden.

Es dauerte nicht lange, da sah das von Berthold Klunke erbaute Federvieh äußerlich schon recht angegriffen aus, doch auch volle „Breitseiten“ konnten es scheinbar kaum erschüttern. „Der fällt noch lange nicht“, stellten die beiden Schießmeister Magnus Peters und Patrick Theil nach über einer Stunde fest, nachdem sie den Vogel zuvor durch ihr Fernglas eingehend inspiziert hatten. Nach der ersten längeren Schießpause war es dann der Schürmann-Clan mit Antonius, Paul, Ludger und Klaus, zu dem sich auch Christoph Droste und Michael Meyer gesellten, der den stolz hoch oben im Abendlicht thronenden Vogel „locker schoss“.

Ein erster Aufschrei um 21.30 Uhr: Nach einem Volltreffer von Klaus Schürmann stürzte der obere Teil des Holzvogels in die Tiefe. Für einige war dies das untrügliche Zeichen, die Schießaktivitäten sofort einzustellen. Es folgte wieder eine kleine Schießpause, in der sich die zahlreichen Zaungäste wie auch schon während des ganzen Abends zuvor von den Dorfmusikanten aus Seppenrade musikalisch bestens versorgt sahen. In der heißen Phase traten dann nur noch Christoph Droste und Thomas Graf an die Vogelstange. Um 21.56 Uhr war dann alles vorbei. Auf den Schultern der beiden Jungjäger Benedikt Theil und Hendrik Wannigmann ließ sich Thomas Graf von der jubelnden Menge feiern.

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-rtu-
Letzte Aktualisierung: 21.08.2014 nach oben